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                Die Dissertation THINGS OF DYING – Assemblages. Goods. Transmitters. An applied design-anthropological exploration of the current death culture and consumer world – kurz Sterbedinge, untersucht die materielle Kultur am Lebensende. und verbindet theoretische Ansätze der Anthropologie mit Gestaltungstheorien, Thanatologie und Palliative Care. Dabei geht das Projekt davon aus, dass wir uns in der Phase des Re-inventing death for the twenty-first century  (Design Council 2018) befinden. Wie sich dieser New Death objektiviert, wird anhand gegenwärtiger Dinge untersucht. Dabei werden die Dinge als komplexe Gebilde verstanden, die als sozialer Klebstoff»in einer individualisierten Gesundheitsgesellschaft und beschleunigten Konsumkultur fungieren.


                Sterbedinge sind eingebunden in lebensweltliche Praktiken (Corbin/Strauss 2010), kommunikative Interaktionen und sind Etiketten von Transaktionen (Znoj 2012). Sie beschränken oder erweitern Handlungsräume, spenden Trost, schaffen Struktur und Orientierung (Hahn 2017, Hahn 2015b, Miller/Jakubzik 2014, Saminda er al. 2014, Salis Gross 2001). Sie können Sinn stiften oder vernichten und Teil von ritualisierten Handlungen sein (Douglas 1986, Goffmann 1986). In ihnen manifestiert sich Freiheit/Unfreiheit und Macht/Ohnmacht (Foucault 1988, Bourdieu 1992). Ihre Funktionalität kann Autonomie fördern oder verhindern (Heitmann-Möller /Remmers 2017). Ihr standardisiertes und disziplinierendes Design (Stetter 2015) kann Identität stiften oder negieren (Strauss 1974), inkludieren oder exkludieren (Bosch 2011).
 
                   Sterbedinge prägen an heterotopischen institutionellen Sterbeorten (Foucault 2005, Benkel 2016), in Hospizen und Palliativstationen Vorstellungen eines guten Sterbens mit. Sie sind beteiligt an Rollenbildungen (Goffman 1961, 1986 u. 2003, Schell et al. 2018) und Identitätskonstruktionen (Bosch 2014) und kreieren mit Sterbeakteur*innen Atmosphären (Benjamin 1991, Böhme 2014). Es sind kontingente Ensemble, die man als Assemblagen ansehen kann (Deleuze, Guattari & Berger 1977). Ihre Realisierung, Semiotik (Krippendorf 2006) und Rhetorik (Joost/ Scheuermann 2008) ist nicht „Gott gegeben“, sondern wird von Menschenhand in einer bestimmten Zeit unter technologischen, gesellschaftlichen, politischen und ökonomischen Gegebenheiten (Latour 2014) und damit einhergehenden Wertevorstellungen erdacht, entwickelt, produziert – kurz: designt (Auszug Expose Sterbdinge 2019). 



                        Literatur