Im Folgenden wird auf die Forschungsmethoden der Dissertation Things of Dying vertieft eingegangen, die an der Universität Bern in Kooperation mit der Fachschule erarbeitet wird.

                 Im Zentrum der Untersuchung steht die multi-scape ethnography (vgl. Marcus 1995 u. 2011, Hannerz 2003, Clarke 2002) sowie die phänomenologisch-interaktionistische Objektforschung (Blumer 1973, Husserl 1996, Schütz 1971), um Sterbedinge in ihren konkreten Lebenswelten (Bourdieu 1987, Honer 1985 u. 2008, Schütz/Luckmann 2003, etc.) in den Blick zu nehmen.

                  Gewählt werden explorative Zugänge, die latentes und unbekanntes Wissen hervorbringen (Honer 2011, Müller 2018). Dabei wird eine starke Methoden- und Theorieoffenheit im Hinblick auf die Sterbesettings und eine nachhaltige Theorie materieller Kultur (Hahn 2017) angestrebt.


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                  Unter der Annahme, dass Sterbedinge global vernetzt auftreten und Wandlungsprozessen unterliegen und damit eine hohe Variabilität aufweisen, wird der empirischen Forschung eine intensive Literaturrecherche und eine historische, gegenwärtige und phänomenologische Objektrecherche in unterschiedlichen Kulturräumen vorangestellt.


                  Mit offenem Blick werden Dinge aus den Bereichen Sterben, Tod, und Trauer analysiert. Betrachtet werden historische Trauerkaufhäuser, zeitgenössische Trauerboxen, Kommunikationstools für Hospize aus Singapur und farbenfrohe Schutzhosen aus China, aber auch spekulative Designobjekte, wie eine Memory-Box für Trauernde.


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                 Das Projekt basiert auf einer partizipativen, sozialanthropologischen und designorientierten Ethnographie:

            + Teilnehmender Beobachtungen 
            + Cultural Probes,
            + Designinterventionen.

                  Die teilnehmende Beobachtung wurde November 2018 im Stadtspital Waid Zürich (Dr. Roland Kunz) unad bei PalliViva im Januar 2019 begonnen und werden 2020 in einer zweiten Phase fortgesetzt.

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                  Weiterbildungen im Bereich Palliative Care haben zur Vernetzung und zu ero-epischen Gesprächen (Girtler 2001: S.147 f.) mit professionellen Akteur*innen aus dem Raum Zürich und Hamburg geführt, die weitere Gespräche und Feldbesuche hervorgebracht haben. Cultural Probes (Gaver et. al. 1999) wurden im Rahmen der Feldaufenthalte (FS19) entwickelt und an professionelle Sterbeakteurinnen verteilt.

                  Bei Cultural Probes werden Teilnehmer*innen zu Forscher*innen und geben ungestörte Einblicke in unterschiedliche Sterbedingwelten. Für die Distribution werden genannte Netzwerke genutzt.


                  Designinterventionen (Clarke 2018) stehen am Ende der Methodentriangulation. Zentral in dieser Phase ist die Entwicklung von prototypischen Designvorschlägen, die auf den gewonnenen Erkenntnissen basieren und in Co-Design-Workshops mit Palliativ- Expert*innen verfeinert wurden und werden.

                  Designinterventionen sind verdinglichte Fragestellungen, die zu weiteren Erkenntnissen führen. Sie werden als freiwillige Angebote über aufgebaute Netzwerke Sterbenden und Angehörigen zur Verfügung gestellt. 


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               Entsprechend der Grounded Theory, ist der Forschungsprozess alternierend. Erhebungen, Theoriebildung und Objektobservationen sowie Artefaktanalysen ergeben sich aus dem Material. Ergänzt wird das mehrstufige Codierungsverfahren der GTM (Böhme 2010) durch die Situational Analysis (Clarke 2012). Mit Hilfe von Situational Maps kann disparates Datenmaterial (Fotografie, Skizzen u. Feld-notizen, Artefakte etc.) zusammengeführt und dadurch (nicht-)menschliche, diskursive, wie handlungsbezogene Elemente in Bezug zueinander gestellt werden.


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